Was ist Qi Gong? 18 Figuren der Harmonie
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Wissenswertes über Qi Gong


Qi Gong
Der Begriff Qi Gong [ alte Schreibweise: Chi Kung ] entstand erst zur Zeit der Kulturrevolutuion in den 50er Jahren. Vorher war der Name Dao Yin Yang Xing - das Lebensprinzip nähren - oder auch nur Dao Yin gebräuchlich.

Unterscheidung nach Art der Ausführung

Nei Gong - Inneres Qi Gong oder Jing Gong - Stilles Qi Gong
bezeichnen Qi Gong Übungen ohne körperliche Bewegung. Sie werden im Stehen, Sitzen oder Liegen ausgeführt und bezwecken die vollkommene Entspannung des Körpers, die Regulierung des Atems und ein Nach-Innen-Schauen des Geistes.

Wai Gong - Äußeres Qi Gong oder Dong Gong - Bewegtes Qi Gong
sind Bezeichnungen für die körperlich aktiven Qi Gong Übungen. Es sind Übungen, die weiche, harmonische Bewegungsabläufe und Visualisation mit dem Fließen des Atems verbinden.

Ying Gong - hartes Qi Gong
ist die Bezeichnung das Qi Gong zur Abhärtung und Kraftentwicklung, das von den Anhängern der Kampfkünste geübt wird.

 

Unterscheidung nach philosophischer Ausrichtung
Die drei bedeutenden Denkrichtungen Chinas haben jede ihre speziellen Eigenheiten und Techniken hervorgebracht:

Ru Jia - die Konfuzianische Schule

Dao Jia - die Daoistische Schule [ alte Schreibweise für Dao: Tao ]
des Qi Gong ist durch eine enge Verbindung von Bewegung, Atem und Visualisation gekennzeichnet, die Kraft des Geistes spielt ein wichtige Rolle.
Die 18 Figuren der Harmonie, die wir als Qi Gong Basissequenz im Kurs als erstes erlernen, sind ein gutes Beispiel für Daoistisches Qi Gong.
Auch das Tai Ji Quan hat seine Wurzeln im Daoistischen Qi Gong, auch hier zielt das Üben in besonderem Maße auf eine Vereinigung, auf ein Einsgerichtetsein der Kräfte von physischer Bewegung, Atemführung und Konzentration des Geistes.
Der philosophische Begriff Tai Ji beschreibt ja bereits das wesentliche Grundprinzip der Daoistischen Lehre: Tai Ji zeigt den Menschen im absoluten Superlativ. Es zeigt ihn im zyklischen Prozess der Wandlung von Yin und Yang, gleichzeitig verbunden mit Himmel und Erde, und in diesem Prozess Wachstum hervorbringend.
[ ausführlich beschrieben unter: Piktogramme - Chen Tai Ji Quan ]

Fo Jia - die Buddhistische Schule
ist eher davon geprägt, dass die Qi Gong Übungen entweder nur Bewegung oder den Atem oder Visualisation bzw. Konzentration nutzen. Die Zielrichtung der Übungen ist aber nicht wie im daoistischen Qi Gong das Üben selbst, sondern quasi das Ergebnis: Inhalt und Ziel ist das Beruhigen des Geistes, das Loslassen von der Angestrengtheit, das Abbauen von Stress, von körperlichen Anspannungen und Blockierungen des Atems. Das Üben selbst wird wie nebensächlich ausgeführt, vollkommen selbstverständlich, ohne Anstrengung und Konzentration, vergleichbar mit einem automatisch ablaufenden Vorgang des Alltags, wie z.B. Autofahren, das nach seinem Erlernen trotz relativ komplexer Bewegungsabläufe kein bewußter Vorgang mehr zu sein braucht.
Typisches Beispiel für Buddhistisches Qi Gong ist das Duft Qi Gong.

 

Unterscheidung nach Zielrichtung

Yi Jia - die Medizinische Schule, Medizinisches Qi Gong
bezeichnet die Richtung des Qi Gong bzw. diejenigen Übungen, die vor allem in medizinischer Hinsicht vorbeugend und vor allem therapeutisch eingesetzt werden.
Dazu gehören An Mo - Massage-Übungen, Dao Yin - Selbstmassage, medizinische Gehübungen wie z.B. das Nieren-Gehen, Herz-Gehen etc., Yun Hua Gong - Regulierende Übungen, und zahlreiche Atem- und Visualisationsübungen wie z.B. Shao Zhou Tian - der Kleine Himmelskreislauf.

Wu Jia - Schule der Kampfkünste
Sie stellt den Aspekt der Abhärtung in den Vordergrund, pflegt aber auch die anderen Aspekte des Qi Gong.

 

Unterscheidung nach Inhalten

Jing Zuo Pai - die Schule der Stille
betont die Innere Arbeit, die Meditation. Zu diesem Zweig des Qi Gong gehört z.B. Zuo Chan, in Japan bekannt als Zazen, das Sitzen in kontemplativer Versenkung.

Tu Na Pai - die Schule der bewußten Atemführung, Atem Qi Gong
arbeitet bevorzugt mit verschiedenen Atemtechniken, ist Atemarbeit.

Lian Dan Pai - die Schule der Inneren Alchemie
konzentriert sich vorwiegend auf die Qi-Lenkung und Qi-Transformation, und in der Konsequenz um die Entwicklung Innerer Kräfte.

 

Die Wurzeln des Qi Gong

Alle Qi Gong Formen haben einen gemeinsamen Ursprung, der in der chinesischen Vorstellung von der Welt - Dao - und der Rolle des Menschen in dieser Welt zu finden ist. Entscheidend in diesem sehr umfangreichen Konzept ist die Vorstellung der Chinesen, durch Übung - Gong - einen Teil der universellen Kraft - Qi - in sich selbst erwecken zu können.

Diese Vorstellung der Welt wurzelt im Buch der Weisheit, dem Yi Jing [ alte Schreibweise: I Ging ]. Die Kernaussage des Yi Jing ist, dass alle Menschen ein Teil des universalen Wirkens - Dao - sind, und dass die Verbindung zu diesem darin begründet ist, die naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten in der eigenen Lebenshaltung zu verwirklichen. Auf der Übung dieser Haltung bauen alle chinesischen Philosophien auf.

Die Qi Gong Übungen bezwecken die Verwirklichung des Dao im Selbst, das heißt sie ahmen die Natur in einer inneren - Nei Gong - oder äußeren - Wai Gong - Übung nach. Die Wege, diese Kraft im Menschen zu entwickeln und zu kontrollieren, haben im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Formen angenommen. Allen zugrunde liegt jedoch die Arbeit mit dem Atem, die seit jeher als die energetische Verbindung sowohl zum Körper als auch zum Bewusstsein angesehen wird.

Der Ursprung des Qi Gong hat seine Wurzeln wahrscheinlich im religiösen Daoismus. Mit Hilfe von Atemübungen und Atemkontrolle strebte die Schule des Äusseren Elexiers - Wai Dan - die körperliche Unsterblichkeit an, die Schule des Inneren Elexiers - Nei dan - die Unsterblichkeit der Seele. Mit zunehmender Kenntnis der Zusammenhänge von körperlichen, energetischen und seelischen Vorgängen entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte unzählige Übungsformen des Qi Gong, damit einhergehend entwickelte sich auch die chinesische Medizin mit ihrer Lehre von den Qi-Leitbahnen und den dazugehörigen Qi-Punkten und Qi-Zentren - den Meridianen und Akupunkturpunkten.


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